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Schweizer Landesmusuem2018-08-08T20:41:15+00:00

Ein einmaliges Restaurationsprojekt

Für das Schweizer Landesmuseum in Zürich werden für eine anspruchsvolle Restauration Fliesen nach historischen Vorlagen gefertigt. In drei Räumen werden die Fußböden erneuert. Die Herausforderung: der historische Fliesenbelag ist zerstört und anhand von einzelnen erhaltenen Originalfliesen werden Replikate hergestellt, die den heutigen Anforderungen an Rutschfestigkeit, Reinigungswiderstand und allgemeinen Hygieneansprüchen im Museumsbetrieb entsprechen. Mit den Erfahrungen der Wiederherstellung des Schmuckfußbodens in der Kölner St. Gereon Kirche und anderer Restaurationsprojekte in über 25 Jahren hat Karsten Blättermann die Expertise diese Vorgaben zu erfüllen und in seiner Manufaktur neue Fliesen in Anlehnung an die Originalfliesen zu entwickeln.

Webauftritt des Landesmuseums

www.nationalmuseum.ch

Raum „Mittlerer Hof“

Fliesenbelag zerstört, historische Fliese von 1898 vorhanden
Kopie aus der „Winterabtei“ des ehemaligen Zisterzienserklosters Wettingen, 16 Jhd.

quadratische Fliese mit Blütenmotiv, grün/blau/gelb glänzend lasiert

Format: 13,5×13,5×2,5cm
glasiert, profiliert und bemalt
ca. 64 m²

Raum „Untere Kapelle“

Fliesenbelag zerstört, historische Fliese von 1898 vorhanden
Kopie nach Originalen der Kirche von Königsfelden, 14. Jhd.

quadratische Fliese mit Blattrelief

Format: 13,5×13,5×2,5cm
Glasur silber grau, stark glänzend, Profilierung ca. 5 mm tief
ca. 93 m²

Raum „Lochmannhaus“

Fliesenbelag zerstört, historische Fliese der Hafnerei Keiser von 1898 vorhanden
Ursprung unklar

quadratische Fliese blau/gelb/braun handbemalt

Format: 18,3×18,3×1,8cm
glasiert, bemalt
ca. 80 m²

Raum „Lochmannhaus“

Fliesenbelag zerstört, historische Fliese der Hafnerei Keiser von 1898 vorhanden
Ursprung unklar

Randfries mit floralem Muster

Format: 36,8×18,4×1,8cm
glasiert, bemalt
ca. 20 m²
Handwerkskunst    Landesmuseum bleibt sich treu

Warum Fliesenreplikate?

Alte Dokumente aus dem Erbauungsjahr (1898) des Schweizer Landesmuseums belegen, dass damals, in einer Zeit großer technischer Innovation (industrielle Revolution) und neuer Produktionsmethoden, beim Neubau des Museums entgegen der Entwicklung viel Wert auf alte traditionelle Handwerksarbeit gelegt wurde. Ein quasi nostalgisches Erinnern führte dazu, dass jahrhunderte alte Original-Fliesen aus Kirchen und Klöstern sowie handwerklich anspruchsvolle Kopien solcher Böden im Museum zum Einsatz kamen. Das war damals eine bewusste Entscheidung. Die alten Techniken wollte man zumindest in die Museen hinüberretten.

Und heute im Jahr 2018, wo umfangreiches Wissen über Hightech-Materialien aller Art technisch fast alles möglich macht bleibt sich das Schweizer Landesmuseum treu und die Bauherren haben sich wieder gezielt für traditionelles Handwerk entschieden.

Kunst & Qualität    Manufaktur Blättermann

Unser Anspruch, unsere Herausforderung

Die Manufaktur Blättermann freut sich über diese Entscheidung. Zeigt sie uns doch, dass unser Verständnis von Bau- und Handwerkskunst und unser Anspruch an Qualität geteilt und geschätzt wird. Nicht nur Wissen über die Stilarten vergangener Epochen und deren Beherrschung sowie die Umsetzung ins Dreidimensionale, wie dies ein Keramikofen erfordert, qualifizieren für ein solches Projekt. Auch solides handwerkliches Können und das fachgerechte Ausführen alter Techniken sind Voraussetzung.

Wir stellen uns dieser Herausforderung und planen (in Kooperation mit den Architekten Christ & Gantenbein), entwickeln, produzieren und verlegen die historischen Fliesenreplikate für dieses einzigartige Museum.

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Foto Außenansicht Schweizer Landesmuseum von Burkhard Mücke [CC BY-SA 4.0 ], vom Wikimedia Commons